Abgestillt 2.0

…aber nix reloaded;)

Wie versprochen folgt nun ein kleines Update auf meinen Artikel von vor 4 Tagen. Denn vor 4 Tagen habe ich ganz spontan, quasi von jetzt auf gleich abgestillt. Wie sich herausstellte für mich mit deutlich „größeren“ Problemen behaftet als für meine kleine große Luna, aber dazu komm ich gleich. Ein bisschen wehmütig sind wir zwar beide noch, aber wir haben diese spontane Entscheidung beide nicht bereut. Zwar erinnert mich meine Tochter jedes Mal beim Einschlafen daran wie schön es wäre, sie macht dazu diese ganz speziellen Schmatzgeräusche die nur Stillmamas kennen, zeigt auf meine (schmerzenden) Brüste und sagt „Nein, nein..“ und grinst dabei frech und wissend.

Ich habe diesen Schritt wirklich monatelang vor mir hergeschoben, zum Teil wahrscheinlich weil ich damit auch irgendwie mein schlechtes Rabenmuttergewissen beruhigen musste, denn ich arbeite sehr viel. Außerdem gibt es nichts Gemütlicheres, nichts Schöneres, kein größeres Wunder, nichts dass mich je mehr geliebt und gebraucht hat fühlen lassen. Oh ich werde schon wieder sentimental;)

Jedoch war das Stillen für mich auch wirklich eine körperliche Belastung. Denn meine liebe Luna hat mich fast immer nächtelang durchgehend als Schnuller benutzt. Kaum Schlaf, heftige Rückenschmerzen und Ratlosigkeit waren die Folge. Denn vor allem machte ich mir Sorgen, ob sie denn genug Ruhe und Schlaf abbekommt, bei diesen durchgezechten Nächten.

So dachte ich also das Stillen wäre für sie etwas auf das wir so schnell nicht verzichten könnten, einfach essentiell. Aber irgendwas in mir sagte mir auch, dass ich einfach probieren muss, das Abstillen. Und das absolut Unmögliche ist passiert: anstatt mir nachts weiter auf die Pelle zu rücken, mich Nacht für Nacht auszusaugen und uns den Schlaf zu rauben, schläft Luna plötzlich die ganze Nacht ganz entspannt durch. Für mich ist das wirklich unglaublich. Offensichtlich kam meine Tochter bei all dem Verlangen nach Muttermilch und dem Nuckeln und Saugen selbst nicht zur Ruhe. Es scheint fast als wäre sie dankbar, dass sie nun endlich in ungestört schlafen kann.

Soweit zu Luna. Nun zu mir. Auch ich bin sehr dankbar für diese Entscheidung. Vorallem bin ich Luna unendlich dankbar, dass sie es mir so leicht gemacht hat. Natürlich ändert diese Abnabelung nichts an unserer Liebe, oder unserer Bindung. All diese Ängste und Sorgen sind wirklich unbegründet. Auch wenn ich die letzten 19 Monate Stillen wirklich nicht missen möchte.

Nur Eines habe ich wirklich unterschätzt. Körperlich ist dieses abrupte Abstillen eine ganz schöne Tortur. Bei meinem Sohn vor knapp 13 Jahren war dieser Prozess irgendwie ein schleichenderer, damals hatte ich, bzw. meine Brüste damit nicht zu kämpfen. Nun denn.

Dieses Mal musste ich tatsächlich sowohl meine Hebamme als auch meine Freundinnen zu Rate ziehen. All diese Milch, die sonst für meine Luna gedacht war wurde von meinem Körper natürlich weiter produziert. Sammelte sich, und sammelte sich. Ich war echt rat- und sprachlos. Ich hoffte auf den natürlichen Abbau. Abpumpen kam für mich nicht in Frage, schließlich wollte ich das mein Körper lernt nichts mehr zu produzieren. Meiner Hebamme musste ich versprechen dies im äußersten Notfall natürlich doch zu tun. Häufig sind nämlich schwere Entzündungen die Folge eines solchen Milchstaus. Den Vorschlag meiner Hebamme meinen Freund zu bitten sich dem „anzunehmen“ habe ich für mich von vornherein ausgeschlossen. Schon allein der Gedanke war für mich absurd und echt ein NO GO.

Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen und ich habe das Problemchen mit reichlich Salbeitee, Belladonna-Globuli, Arnika-Gelee zum einreiben und reichlich Kühlen annähernd in den Griff bekommen. Aber schön war das nicht. Auch Retterspitz-Umschläge sollen Wunder wirken, aber sowas ist mir irgendwie zu viel Tütelüt;)

Ich bin froh, dass wir nicht wieder rückfällig geworden sind und nun ein neues Kapitel beginnt.

Und endlich wieder 75B, herrlich;)

Eure Nina

 

 

9 Kommentare

  1. Hallo Nina,
    bin auch grad an dem Punkt. Meine kleine schläft auch nicht durch kommt teilweise 3-4 mal die Nacht. Was echt teilweise anstrengend ist. Ich liebe das stillen & mir fällt es sehr sehr schwer den Schritt zu gehen. Es ist doch auch das letzte was an das Baby sein erinnert. Und das was einen so tief verbindet. Aber doch möchte ich auch wieder abhängig sein. Und schlafen es ist so schwer. Vorallem das alles durch zu ziehen. Denn ich glaube das sie mir es nicht so leicht machen wird wie deine Luna. Ach ich überlege & weiß nicht was ich machen soll. Sie ist jetzt fast 15 Monate alt. Viell brauch sie es auch einfach noch & ich muss ihr zeit geben.

    Liebe Grüße Lisa

  2. Hallo Nina, danke für die Ratschläge, ich habe bei lesen Tränen bekommen. Wie du auf instagram gelesen hast, ich stille noch und habe ich, genau wie du hattest, die Angst vor abstillen. LG Joanna und Luca

  3. Schön, dass alles so gut geklappt hat!
    Nur: Retterspitz ist dir zu viel Tütelüt, aber Belladonna-Globuli nimmst du? Wenn es nicht so traurig wäre, wie uninformiert man sein kann, würde ich mich glatt kaputt lachen.
    Im Gegensatz zu Globuli, in denen der angebliche Wirkstoff so extrem verdünnt wird, dass er überhaupt NICHT mehr nachweisbar ist, enthält Retterspitz tatsächlich ECHTE Inhaltsstoffe wie z.b. ätherische Öle.
    Statt Globuli könntest du dagegen auch Würfelzucker essen, der „Wirkstoff“ ist identisch und Würfelzucker wäre deutlich günstiger… Ich würde mir wirklich wünschen, dass sich alle Globuli Konsumenten mal richtig informieren, was sie da eigentlich einwerfen! Und dass sie vor allem ihre Kinder schon frühzeitig darauf trainieren, bei jedem Wehwehchen direkt etwas einzunehmen.

    • Mit „Tütelüt“ meinte ich doch nichts ein Retterspitz! Eher diese Wickelnummer;) ist ja schon ganz schön aufwendig;)

  4. Unglaublich, genau unsere Geschichte in der letzten Woche! Ebenfalls Genuckel, dass es für mich nicht mehr tragbar war und da sie in einer Woche zwei wird, war es jetzt auch mal gut. Ich dachte es wird ganz furchtbar und was ist? Sie schläft jetzt einfach selig in ihrem Zimmer durch und ich muss sie morgens wecken….

  5. Die Globulis Phytolacca sind auch sehr zu empfehlen!! 3×5 Stück am Tag und nach drei Tagen hat man das eigentlich im Griff.

  6. Was genau war gemeint mit „“dass sich der Freund dessen annimmt?“

  7. Liebe Nina, schön, dass es bei euch so toll geklappt hat. Mein Sohn schläft zum Glück schon lange durch, bei uns wird nur noch vor dem Schlafen oder nach dem Schlafen aber nicht zum Einschlafen gestillt. Jetzt mit 22 Monaten und ich in der 14. Woche schwanger möchte ich es aber auch gern beenden, da es eher ein nuckeln ist, die Brustwarzen mittlerweile sehr empfindlich sind und ich vermutlich gar keine Milch mehr habe. Ich habe wir schaffen es so gut wie ihr. Er akzeptiert aber eigentlich ganz gut, dass die Milch „alle“ ist. Eine andere Frage, was für eine tolle Flasche hat deine Luna da?

  8. Hallo, ich hatte tatsächlich Tränen in den saugen beim Lesen. Mir geht es genau so …Ich fange morgen wieder an zu arbeiten und meine Tochter liegt Nacht für Nacht an meiner Brust… Ich hab schon versucht ihr Tee oder Wasser anzubieten,aber das möchte sie nicht. Die Tatssa je, dass sie erst 11 Monate ist und mein schlechtes Gewissen, aufgrund der Arbeit, lassen mich weiter durchhalten. Allerdings habe ich keine Ahnung wie ich die Arbeit überstehen soll!

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