Großer stolzer Bruder

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Eifersucht?

Vorfreude?

Angst?

Konkurrenz?

Mein Sohn Lennox war etwa 12 Jahre lang Einzelkind. Und plötzlich erzähle ich ihm mit Freudentränen in den Augen, dass er Bruder wird. Lennox hat auch geweint. Aber vor Wut. Nur kurz. Aber voller Inbrunst. „Ich weiß wie das läuft, dann hat keiner mehr Zeit für mich!“ Er ist alt genug, einschätzen zu können, was auf ihn zukommt und natürlich ist es nie leicht, wenn sich plötzlich das Leben ändert. Auch wenn es etwas so schönes ist wie ein Baby. Dabei trau ich mir wirklich zu beiden Kindern gerecht zu werden. Andere schaffen das ja auch.

Trotzdem war ich erst ein bisschen geschockt über seine Reaktion – schließlich wollte ich, dass er sich freut. Aber ich dachte auch … wenigstens ist er ehrlich und lässt seine Sorgen raus. So hatte ich die Möglichkeit, ihm diese Angst Stück für Stück durch Gespräche zu nehmen und war beruhigt, denn er frisst seine Sorgen nicht in sich hinein.

In kürzester Zeit wurde aus den Bedenken meines Großen übertriebene Fürsorge und liebevolles Interesse. Denn wir haben ihn bei allem einbezogen.

Er verpasst kaum eine Ultraschalluntersuchung.

Er ist der einzige der die möglichen Namen kennt.

Schweres Tragen verbietet er mir.

Er sorgt sogar dafür, dass ich jeden Tag eine Banane esse – denn die sind gut für das Baby und mich. (Ich hasse Bananen!)

Obwohl wir schon lange wissen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, möchte er sich überraschen lassen. Und selber nachgucken  Denn am liebsten würde er sogar mit in den Kreißsaal.

Ich denke schon jetzt ist er trotz der anfänglichen Tränen, der beste große Bruder den sich unser Baby nur wünschen kann.

Habt ihr Ähnliches erlebt? Wie sind eure Erfahrungen?

Ich freue mich, von Euch zu hören.

Eure Nina